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Kulturschätze der Oberlausitz erleben

Via Regia – Der königliche Weg

Die Via Regia ist die bedeutendste Ost-West-Verbindung Europas vom beginnenden Mittelalter bis in die Gegenwart. Im deutschen Sprachraum heißt sie teilweise auch „Hohe Straße“, wörtlich übersetzt ist es der „Königliche Weg“.

Die Via Regia ist die älteste und längste Ost-West-Verbindung in Europa und wurde im Jahr 2005 als „Kulturstraße des Europarates“ ausgezeichnet.

Historisch handelt es sich um eine Straßenart, die rechtlich dem König unterstellt war und damit unter besonderem Schutz stand. Kaufleute konnten sich sichererer auf ihr bewegen. Aber nicht nur Kaufleute, sondern auch Pilger und wandernde Handwerksgesellen nutzten diese Straße. Pilger gingen (und gehen) auf ihr, um in Santiago de Compostela am Grab des heiligen Jakobus zu beten. Selbst das Militär zog entlang der Via Regia. Während des Dreißigjährigen Krieges, in den napoleonischen Feldzügen und in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts gab es Truppenbewegungen auf dieser Trasse.

Die Hauptroute führt von Kiew in der Ukraine quer durch Sachsen von Görlitz über Bautzen, Kamenz, Großenhain, Grimma nach Leipzig zum spanischen Santiago de Compostela. Der Weg nach Santiago de Compostela zieht sich wie ein Gewässernetz durch ganz Europa.

Die Bedeutung der Via Regia zeigt sich unter anderem in der dichten Aufeinanderfolge von Ortschaften entlang dieser Straße. Flussübergänge waren meistens der Ausgangpunkt einer Ansiedlung und später der Stadtgründung.

Seit dem 12. Jahrhundert wuchsen zahlreiche Städte zu wichtigen Handels- und Wirtschaftszentren.

Der Handel und das Handwerk brachten den Städten Wohlstand und Reichtum. Damit wurde der Bau imposanter Befestigungsanlagen, von Wohn- und Sakralbauten entlang der Via Regia möglich. In Bautzen fuhr der Reisende aus Richtung Kamenz kommend, durch das Reichentor am Kornmarktplatz und gelangte auf die Reichenstraße, die direkt zum Marktplatz führte.

Peterskirche in Görlitz

Peterskirche in Görlitz (Quelle: Sabine Wenzel)

Auch Görlitz verdankt der Via Regia seine Gründung und seinen Aufstieg zu einer einst reichen Handelsmetropole. Über die Görlitzer Altstadtbrücke führt die Via Regia über die Neiße nach Osten, erstmals erwähnt wird diese im Jahre 1298. Seitdem hat Görlitz eine wichtige „Brückenfunktion“ nach Osten und fasziniert heute als deutsch-polnische Europastadt Görlitz/Zgorzelec.

Die Via Regia war und ist ein Weg des Kulturaustausches und der Kommunikation. Heute ist sie noch immer ein Verkehrsraum unterschiedlicher Stärke, führt über Bundesautobahnen, Bundes- und Staatsstraßen und auch über Feldwege. Sie verbindet Ost und West, Kulturen und Naturräume und trägt auf ihre ganz besondere Weise und durch ihre Historie zu einem gemeinsamen Europa bei.

www.viaregia-sachsen.de